Segelrevier :: Wann kann gesegelt werden


"Nur bei Flut; wenn das Wasser da ist", wäre die typische und humorvolle Antwort, die ein Fremder von einem Sahlenburger Cat-Segler erhalten würde. Das aber ist nur die halbe Wahrheit.

Die Segelzeiten sind durch die Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee geregelt.
Und da heißt es, dass drei Stunden vor, bis äußerst drei Stunden nach Hochwasser gesegelt werden darf.

Wie sieht das in der Praxis aus?
Ist die Abhängigkeit von den Tiden (Ebbe und Flut) wirklich ein Nachteil für die Segler in Sahlenburg?

In Sahlenburg kann man in der Regel zwei bis zweieinhalb Stunden vor und ein bis höchstens zwei Stunden nach Hochwasser segeln; je nachdem, wie der Wind steht und das Wasser auf- und abläuft.
Das sind insgesamt drei bis fünf Stunden pro Tag. Den meisten Cat-Seglern genügt das, denn Segeln auf der Nordsee ist fast immer Hochleistungssport, und so mancher Segler steuert auch schon einmal 'mittendrin' den Strand an, um sich ausgepumpt und schwer atmend einige Minuten auszuruhen.

Die zeitlich begrenzten Segelmöglichkeiten haben sogar einen Vorteil:
Würde man jederzeit von morgens bis abends segeln können, würden sich die Boote auf dem Wasser über diesen langen Zeitraum verteilen, so das unter Umständen nur ein einzelner Segler unterwegs ist. Die Beschränkung auf zwei Stunden vor bis ein oder zwei Stunden nach Hochwasser führt dagegen dazu, dass sich fast alle Segler gleizeitig auf dem Cat-Platz treffen und segeln gehen. Niemand ist also allein unterwegs. Das erhöht die Sicherheit, denn es gibt ein ungeschriebenes Gesetz unter den Cat-Seglern in Sahlenburg: Sieht man einen Catamaran kentern und ist er nach fünf bis zehn Minuten nicht wieder aufgerichtet, segelt man hin und bietet seine Hilfe an.